Die ersten Weltausstellungen

Reben- und Frankfurterschwarz


In dieser Zeit nahm die Firma Michel & Morell an der ersten Weltausstellung 1851 in London und 1893 an der Weltausstellung in Chicago teil. Nach einer Uneinigkeit zwischen Karl und Ferdinand Michel wurde die Rußfabrikation im Jahre 1904 ausgegliedert. Die Stilllegung der Rußfabrikation erfolgte etwa 1905/1906. Das Gelände wurde zum Teil durch die Firma Meister Lucius Brüning (später Farbwerke Hoechst AG) und die Main-Kraftwerke in Höchst erworben. Am 20.02.1919 übertrug Ferdinand Michel durch Erbschaftsvertrag die Firma Michel & Morell an seine beiden Söhne, den Kaufmann Friedrich Wilhelm und den Chemiker Paul Theodor Michel.


Bis 1870 gewann man Rebenschwarz aus Weintrester durch Verkokung. Nach 1870 wurde im Hauptwerk Ölschieferkoks verkokt, vermahlen und zu Rebenschwarz verarbeitet. Pferdefuhrwerke aus Messel bei Darmstadt holten den Rohstoff ab. Nach Fertigstellung der Eisenbahn wurde der Ölschiefer bis zum Bahnhof Eppstein transportiert. Ab 1890 bezog man von der inzwischen gegründeten "Messeler Grube" den fertig verkokten Ölschieferkoks, woraus Rebenschwarz und Frankfurterschwarz hergestellt wurde.

Die Geschäftsführung übernahm Paul Theodor Michel. Bei der Erbschaftsfolge 1919 umfasste das Eigentum des Unternehmens die Schmelzmühle, die Schwarzmühle, die Walkmühle, die Mohrsmühle und die Emsmühle. Der gesamte Besitz erstreckte sich, von Eppstein kommend, links von der Hauptstraße vom Dorfeingang bis zum Dorfausgang, nur geringfügig durch Fremdbesitz unterbrochen. Am 29. Februar 1924 starb Ferdinand Michel, der 52 Jahre lang die Geschicke der Firma Michel & Morell geführt hatte und unter dessen Leitung der Ruf des Unternehmens sich über alle Kontinente verbreitete. Als Paul und Friedrich Michel die Geschäftsführung inne hatten, nahm die Produktion kontinuierlich zu, insbesondere nach 1933.

Paul Michel verstarb unter geheimnisvollen Umständen 1944 in Paris, wo er 1942 einen Mühlenbetrieb beschlagnahmen ließ und hier Schwarzfarben für den Westwall und die Luftwaffe im westlichen Europa herstellen ließ. Bei einem Bombenangriff auf Wiesbaden 1944 verstarb gleichfalls der sehr engagierte Prokurist Tillmann. Kaufmann Friedrich Wilhelm Michel lebte seit 1937 in der Schweiz und hatte seinem Bruder Paul die alleinige Geschäftsführung überlassen. Nach 1945 übernahm der Bruder Robert Michel, Kunstmaler, der für seine Collagen hohes internationales Ansehen erfuhr, die Leitung des Unternehmens in Erbengemeinschaft mit Frau Hedy Michel (Witwe von Paul Michel) und Frau Vera Berger, geborene Michel aus Kaiseraugst/Schweiz. Seit 1952 trat Dipl.-Kfm. Dr. Franz Clar als Liquidator der Firma auf. Geschäftsführer war Franz Warzel bis zum Verkauf der Firma 1956.



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