Seit über 160 Jahren vertraut man auf unsere Farbtechnik
Einer der Gründer, Karl August Morell, war ein weitgereister Graphiker und Kaufmann.
Seinerzeit bereiste er schon den vorderen Orient, Indien, Japan, China und Australien.
Von diesen Reisen brachte er Kenntnisse über die Herstellung von Kupferdruckschwarz und Beinschwarz aus England
sowie Rezepturen aus dem Fernen Osten über die chinesische Tusche, Japanlack und Japanschwärze mit.
Der andere Gründer, Adolf Michel, geboren am 18. November 1801 in Vockenhausen, war Müller.
Er besaß an diesem Ort mehrere Mühlen, die durch Wasserkraft angetrieben wurden (Mohrsmühle).
In der Walk- und Schmelzmühle wurde Leder bearbeitet. Die Wasserkraft mag Karl August Morell wohl entschieden
beeinflusst haben, mit dem Mühlenfachmann Adolf Michel eine Fabrikationstechnik von feinen pulverförmigen
Schwarzfarben im Schwarzbachtal bzw. Dattenbachtal in Vockenhausen zu betreiben (Schwarzmühle).
In dieser Zeit schuf John Dalton (1766 - 1844) die quantitative Atomtheorie, die man als Beginnpunkt der modernen
Physik betrachten darf. Es ist die Periode der Geburt der wichtigsten Grundlagen der gesamten Chemie und Physik,
die von Gay Lussac (1787 - 1850), Amadeo Avogadro (1776 - 1856), Friedrich Wöhler (1800 - 1882),
Jöns Jacob, Freiher von Berzelius (1779 - 1848), Justus von Liebig (1803 - 1878), Wilhelm Bunsen (1811 - 1899) usw.
entwickelt wurden. Gleichzeitig entstanden in deutschen Ländern viele Zeitschriften und andere graphische Publikationen.
Darauf folgte ein großer Bedarf an Druckerschwärze. 1834 wurde bei Michel & Morell mit dem Verkoken von Knochen, dem
Vermahlen zu Beinschwarz für Schuhcreme und deren Herstellung in Blockform begonnen.
 |
Erst ab 1840 wurde die Fabrikation in größerem Umfang aufgenommen und nach früheren vorhandenen Aufzeichnungen in den Fabrikgebäuden unter Ausnutzung eines Wasserrechtes Ofen- und Triebwerk aufgebaut. Die Herstellung umfasste Kupferdruckfarben in diversen Qualitäten, gebranntes Elfenbein, Pariserschwarz, präpariertes Hirschhorn, Frankfurterschwarz, gebrannte und gemahlene Knochen, chinesische Tusche und Druckerschwärzen für den Buchdruck.
In der Zeit von 1860 bis 1865 trat Karl August Morell als Mitinhaber zurück und wanderte nach Australien aus.
Den Erzählungen zufolge soll er sich mit dem herrschsüchtigen Adolf Michel nicht gut verstanden haben und gründete in Australien eine eigene Schwarzfarbenfabrik. Der Name Morell wird heute häufig in Australien angetroffen und verschiedene Handelshäuser, die sich mit Farben, Pigmenten usw. befassen, führen noch den Namen Morell.
|
Adolf Michel verstarb 1877 und sein Sohn Ferdinand Michel, geboren 1853, übernahm das Erbe und die Tätigkeit seines Vaters. Bei einem Besuch im Taunus starb Karl August Morell im Jahre 1876. Der Erbe August Morells schied im Jahre 1880 endgültig aus der Firma aus. Alleininhaber der Firma wurde Ferdinand Michel, der seine Firma durch Fachkenntnisse und Umsichtigkeit weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt machte. 1887 wurde unter Leitung des Karl Michel, Bruder von Ferdinand eine Rußfabrikation in Frankfurt.-Höchst angegliedert.
|